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09.10.2026„Diegetische Musikproduktion im Spielfilm“ – Talk beim Range Sound Festival am 11.10. um 14h
Beim Range Sound Festival in Kassel vom 09.-11. Oktober wird Tobias Böhm in einer Gesprächsrunde mit Eeva Ojanperä zum Thema „Diegetische Musikproduktion im Spielfilm“ aus seiner eigenen Erfahrung berichten, Praxisbeispiele zeigen und Ratschläge für Filmemacher geben, wie diese besondere Situation der Musikproduktion am Spielfilmset zu lösen ist.
Sonntag, 11.10. 14h im Mimikri
Adresse: Schillerstraße 30, 34117 Kassel-Nord - Holland und im Festival-Radio „TrafoRadio“
Zum Inhalt:
Diegetische Musikproduktion im Spielfilm
Musik im Film kann weit mehr sein als emotionale Untermalung. Besonders spannend wird es dort, wo sie Teil der erzählten Welt wird: als Band auf einer Bühne, als Radio im Hintergrund oder als musikalisches Ereignis innerhalb einer Szene. Diese sogenannte diegetische Musik stellt Filmtonteams vor besondere kreative und technische Herausforderungen. Die Filmtonmeisterin Eeva Ojanperä und der Filmtonmeister Tobias Böhm (bvft) sprechen über ihre Erfahrungen bei Spielfilmproduktionen, bei denen sie gemeinsam für den Originalton verantwortlich waren. Anhand konkreter Beispiele geben sie Einblicke in die Planung, Aufnahme und Nachbearbeitung von diegetischer Musik am Filmset. Wie gelingt es, musikalische Authentizität und filmische Erzählung miteinander zu verbinden? Wann wird live gespielt, wann mit Playback gearbeitet? Welche Anforderungen entstehen für Regie, Kamera, Schauspiel und Ton? Und wie lassen sich Dialoge, Geräusche und Musik so aufnehmen, dass sie sowohl den dramaturgischen als auch den technischen Anforderungen einer Kinoproduktion gerecht werden? Im Gespräch erläutern Ojanperä und Böhm die wichtigsten Produktionsschritte – von der Vorbereitung über den Dreh bis zur Endmischung – und zeigen, welche erzählerischen Möglichkeiten diegetische Musik eröffnet. Dabei wird deutlich, wie stark musikalische Entscheidungen die Wahrnehmung von Figuren, Räumen und Geschichten beeinflussen können. Die Veranstaltung richtet sich an Filmschaffende, Toninteressierte, Studierende sowie alle Festivalgäste, die einen Einblick in die kreative und technische Praxis professioneller Klangarbeit erhalten möchten.
18.08.2026Blauer Sonntag 2026: Führungen zu Industrie, Kunst & Kultur auf dem Henschelgelände
Sonntag, 23. August 2026 · 11 Uhr & 14 Uhr · Eintritt frei
Am kommenden Sonntag lädt der Blaue Sonntag – Tag der Industriekultur in Nordhessen dazu ein, Kassels industrielle Geschichte neu zu entdecken.
Das Netzwerk Hammerschmiede e. V. führt über das Henschel-Fabrikgelände in Rothenditmold – einen Ort, an dem sich heute Industriegeschichte, Kunst, Musik und kreative Arbeit auf besondere Weise begegnen.
Vom Henschelwerk zur kreativen Nutzung:
Über 200 Jahre Industrie- und Unternehmensgeschichte haben das Gelände geprägt. Henschel war einst einer der bedeutendsten Lokomotivbauer Europas. Heute werden die denkmalgeschützten Gebäude ganz anders genutzt: Seit dem Jahr 2000 haben sich auf dem Areal KünstlerInnen, MusikerInnen, Medienschaffende, KunsthandwerkerInnen und kleine Handwerksbetriebe angesiedelt.
Bei unserem Rundgang „Industrie, Kunst & Kultur“ geht es um die Geschichte dieses außergewöhnlichen Ortes, seine Gebäude und seine heutige Nutzung. Wir werfen einen Blick auf die Spuren der industriellen Vergangenheit und erzählen davon, wie aus ehemaligen Fabrikräumen Ateliers, Proberäume und Orte für kulturelle Produktion geworden sind.
Damit wird auch eine zentrale Frage des Blauen Sonntags sichtbar: Was passiert mit industriellen Orten, wenn die ursprüngliche Produktion endet – und welche neuen Formen von Arbeit, Kunst und Kultur können dort entstehen?
Die Führungen
Sonntag, 23. August 2026
11:00 Uhr und 14:00 Uhr
Dauer: ca. 1,5 Stunden
Eintritt frei
Für Kinder ab 12 Jahren geeignet.
Treffpunkt:
Werkseinfahrt Wolfhager Straße / Mombachstraße
am „blauen Hammer“, Wolfhager Straße 109, 34127 Kassel
Die Führung wird von Lutz Becker für das Netzwerk Hammerschmiede e. V. durchgeführt.
Kommt vorbei und entdeckt einen der spannendsten Orte der Kasseler Industriegeschichte – und seine Gegenwart als lebendiger Ort für Kunst, Musik und kulturelle Produktion.
Wir freuen uns auf euch!
Weitere Informationen zum gesamten Programm des Blauen Sonntags gibt es auf der offiziellen Website Blauer Sonntag – Programm 2026
09.08.2026Ausstellungseröffnung, Konzerte und offene Ateliers auf dem Henschelgelände am Samstag, 15.08.
Das Netzwerk Hammerschmiede e.V. lädt am Samstag, 15. August 2026, zur Eröffnung einer Ausstellung auf das Henschelgelände ein. Die Ausstellung ist von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Darüber hinaus öffnen einige Ateliers von 15 bis 18 Uhr ihre Türen für Besucherinnen und Besucher.
Im Speisesaal werden die Ergebnisse eines Modellierprojekts zum Thema „Tier“ präsentiert, das von Anne Rink und Young Kim begleitet wurde.
Das musikalische Programm gestalten Kulturschaffende, die auf dem Henschelgelände tätig sind. Den Auftakt machen um 16 Uhr Schlagzeugschüler von Steffen Moddrow: Das Trio „Apollo Underground“. Um 17 Uhr präsentiert der Schlagwerker und Performancekünstler Steffen Moddrow Auszüge aus seinem aktuellen Soloprogramm „Schlagwerktheater – Diversity Of Sticking & Preparations“.
Seit den 1990er Jahren entwickelt Moddrow eine eigene Form der Klangsprache, bei der neben dem Schlagzeug auch Alltagsgegenstände und Fundstücke zum Einsatz kommen.
Ferner bezieht er eigene surreale Texte als Lesung in seine Programme mit ein. Zwischen Konzert, Performance und Klanginstallation entstehen improvisierte Klanglandschaften und rhythmische Kompositionen.
Mit der Ausstellung und den offenen Ateliers gibt das Netzwerk Hammerschmiede e.V. Einblicke in die Arbeit der auf dem Henschelgelände tätigen Kulturschaffenden. Besucherinnen und Besucher haben Gelegenheit, einige der Ateliers zu besichtigen und mit den dort arbeitenden Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch zu kommen.
Programm am Samstag, 15. August 2026
14:00–18:00 Uhr
Ausstellungseröffnung
Präsentation der Ergebnisse des Modellierprojekts „Tier“
15:00–18:00 Uhr – Offene Ateliers
Astrid Hülsmann
Ruth Lahrmann
Hildegard Schwarz
Erdmute Prautzsch (zu Gast bei Hildegard Schwarz)
16:00 Uhr
Konzert mit Apollo Underground
17:00 Uhr
Steffen Moddrow: Schlagwerktheater – Diversity Of Sticking & Preparations
Der Eintritt ist frei.
23.07.2026 Pressemitteilung: Kultur braucht Verlässlichkeit – nicht Lippenbekenntnisse
Mit Verwunderung nimmt das Netzwerk Hammerschmiede als Vertretung der Kultur-
schaffenden auf dem Henschel-Areal die Aussagen von Projektentwickler Dr. Markus Vo-
gel im HNA-Interview vom 20. Juli 2026 zur Kenntnis. Während öffentlich betont wird,
Kunst, Kultur und Handwerk seien ein wichtiger Bestandteil des zukünftigen Henschel-
Areals, sprechen die tatsächlichen Entwicklungen eine andere Sprache.
In dem Interview begründet Dr. Vogel die aktuellen Mieterhöhungen: „Wir haben seit der
Übernahme des Geländes vor fünf Jahren den einen oder anderen Mietvertrag angepasst,
anpassen müssen.“ Aktuell wurde aber nicht der eine oder andere Mietvertrag angepasst,
sondern alle Kulturschaffenden haben Mieterhöhungen von bis zu 250 Prozent erhalten
– und das für Räume, die vielfach weder einen zeitgemäßen Ausstattungsstandard noch
eine angemessene Infrastruktur bieten. Solche drastischen Mieterhöhungen sind die
größte Bedrohung für die Kulturszene auf dem Henschel-Areal. Begründet werden die Er-
höhungen vor allem mit gestiegenen Betriebskosten. Gleichzeitig wird den Mieterinnen
und Mietern bislang keine ausreichende Transparenz über die Zusammensetzung dieser
Kosten ermöglicht.
Erschwerend kommt hinzu, dass viele der von Kulturschaffenden genutzten Räume nur
einen sehr einfachen Ausstattungsstandard aufweisen. Teilweise stehen weder Wasser-
anschlüsse noch Toiletten in der Nähe zur Verfügung. Einige Räume verfügen über keine
Heizung und können deshalb nur während der wärmeren Monate sinnvoll genutzt wer-
den. Vor diesem Hintergrund sind Mieterhöhungen von bis zu 250 Prozent besonders
schwer nachvollziehbar. Wer erhebliche Mehrkosten mit gestiegenen Betriebskosten be-
gründet, muss transparent darlegen, wie diese sich zusammensetzen und welche Leistun-
gen diesen Kosten tatsächlich gegenüberstehen.
Die Erhöhung der Mietkosten in der aktuellen Größenordnung ist insbesondere für die
professionellen Künstlerinnen und Künstler, die mit ihrer Arbeit ihren Lebensunterhält
verdienen, teilweise existenzbedrohend, weil sie die exorbitant gestiegenen Kosten nicht
aufbringen und die Räume nicht weiter mieten werden können – und das angesichts der
Tatsache, dass es in Kassel kaum alternative Raumangebote gibt.
Es sind aber nicht nur die Kostensteigerungen, die auf Unverständnis stoßen, sondern
auch die Umstände, wie diese durchgesetzt werden sollen. Es wurden Änderungskündi-
gen mit kurzer Fristsetzung und neue Mietverträge mit deutlich verschlechterten Kondi-
tionen verschickt, mit denen die Mietenden künftig sogar zu Renovierungs- und Instand-
setzungsarbeiten verpflichtet werden, die in keinem Verhältnis stehen zum derzeitig
schlechten Zustand der Räume.
Im Interview wird außerdem argumentiert, künftig könne man keine 60 Einzelmietver-
träge mehr verwalten. Dieses Argument wirkt vorgeschoben. Der Eigentümer hat diese
Vertragsstruktur selbst gewählt und mit den ausgesprochenen Änderungskündigungen
sowie den angebotenen Neuverträgen gerade erst bekräftigt. Sich anschließend über den
Verwaltungsaufwand dieser selbst geschaffenen Struktur zu beklagen, ist nicht nachvoll-
ziehbar.
Auf den Wunsch des Eigentümers, künftig einen Hauptmieter als Ansprechpartner zu ha-
ben, hat das Netzwerk Hammerschmiede schon im letzten Jahr gegenüber dessen Mitar-
beiterin und einem Mitarbeiter des Büros Dr. Vogel im Rahmen einer Informationsveran-
staltung erklärt, diese Aufgabe einschließlich der Verwaltung und Betreuung eines künf-
tig für die Kulturschaffenden ertüchtigen Gebäudes zu übernehmen.1 Außerdem hat das
Netzwerk angeboten, bei der Entwicklung des Areals und der Räume für die Kulturschaf-
fen konstruktiv mitzuarbeiten.
Die Kulturkonzeption der Stadt Kassel formuliert unmissverständlich das Ziel, kulturelle
Produktionsorte langfristig zu erhalten und bezahlbare Ateliers, Werkstätten und Probe-
räume zu sichern. Genau daran muss sich die Entwicklung des Henschel-Areals messen
lassen. Ein Quartier wird nicht dadurch kulturell, dass Kultur in Planungsunterlagen er-
wähnt wird. Es wird kulturell durch die Menschen, die dort arbeiten, produzieren und
Öffentlichkeit schaffen.
Irritierend ist auch die Behauptung, der Skateboardverein Mr. Wilson sei nicht verdrängt
worden. Tatsächlich hat der Verein aufgrund der erheblich gestiegenen Mietforderungen
bereits einen neuen Standort finden müssen und bereitet seinen Umzug vor. Genau diese
Entwicklung befürchten heute auch die Künstlerinnen und Künstler sowie die kulturellen
Initiativen auf dem Gelände. Die Erfahrungen von Mr. Wilson zeigen, dass Verdrängung
nicht erst mit einer Kündigung beginnt, sondern bereits dann, wenn Mieten so stark stei-
gen, dass ein Verbleib unmöglich finanzierbar wird.
Das Netzwerk Hammerschmiede e.V. unterstützt ausdrücklich die Entwicklung des Hen-
schel-Areals zu einem lebendigen und offenen Stadtquartier. Doch dieses Ziel wird nur
erreicht, wenn die Menschen, die das Gelände über Jahrzehnte geprägt haben, auch künf-
tig dort arbeiten können. Ein kulturelles Quartier lebt von Kontinuität, Vielfalt und ge-
wachsenen Strukturen. Wer diese Strukturen durch wirtschaftlichen Druck zerstört, ge-
fährdet die kulturelle Identität des gesamten Areals und schadet dem Stadtteil.
Wir fordern deshalb den Eigentümer und die Stadt Kassel auf, endlich verbindliche
Zusagen zum dauerhaften Erhalt bezahlbarer Kulturflächen zu machen. Solange
Kulturschaffende mit Mieterhöhungen von bis zu 250 Prozent konfrontiert werden,
ihnen zugleich keine nachvollziehbare Begründung für diese Erhöhungen vorge-
legt wird und die bestehenden Mängel der Räume fortbestehen, bleiben Bekennt-
nisse zur Kultur bloße Lippenbekenntnisse.
Wer Kassel als Kulturstadt stärken will, muss die Menschen vor Ort schützen, die
diese Kultur tagtäglich schaffen und darf ihre Verdrängung nicht in Kauf nehmen.
26.03.2026Spielfilm „Xoftex“ ab sofort in der ZDF Mediathek
Der preisgekrönte Spielfilm „Xoftex“ (Regie: Noaz Deshe) ist ab sofort in der ZDf Mediathek abrufbar (Link untenstehend). Der Originalton wurde in weiten Teilen von Tobias Böhm (Co-Vorsitzender Netzwerk Hammerschmiede) aufgenommen.
Zum Inhalt:
Nasser und sein älterer Bruder Yassin lieben Filme. Sie drehen kurze Sketche mit ihren Freunden, während sie in einem griechischen Flüchtlingslager auf die Entscheidung über ihren Asylantrag warten. "Xoftex" ist inspiriert von den Erfahrungen während eines Theaterworkshops, den die Filmemacher mit Jugendlichen in einem griechischen Flüchtlingslager namens "Softex" abgehalten haben.
Der Film lief bereits auf folgenden Festivals und gewann folgende Preise (Auswahl):
- Internationales Filmfestival in Karlovy Vary 2024,
Weltpremiere: Crystal Globe Special Jury Mention
- Filmfest München 2024, Weltpremiere
- Thessaloniki Film Festival 2024: "Silver Alexander" für die Beste Regie